Kölliken: Unterhaltender Chorgesang begeistert das
Publikum
Diese Musik fährt in die Knie
Wynentaler Blatt 7.3.06
Sie erzählten eine spannende
Geschichte, der Frauenchor und der Männerchor Kölliken. Stimmsicher und
textsicher konnten sie es sich leisten, nebst den Liedern ihr
schauspielerisches Talent aufzuführen.
Ho. Mit einer Einladung in das
Restaurant Sternen in Kölliken beginnt die musikalische Wanderung durch die
Zeitgeschichte. Ein «anmächeliges»
Bühnenbild zeigt den Sternen von innen, mit einer Bar, Bistrotischen und
einem alten Zeitungsständer. Der Chor sitzt gemütlich platziert an den
Tischen und singt: «Es
lebe die Liebe und der Wein». Und schon hat die Geschichte von der Wirtin Dorly
begonnen, die aktuell ihren Laden wegen Geldmangels
schliessen muss. Hier wird ein Zeitfenster geöffnet, der
Zeitraffer geht zurück in die zwanziger Jahre, als
das Restaurant unter dem Namen «Grand Cafe des Etoiles» geführt wurde. In
stilechten Szenen mit gemieteten Kostümen erklinget «La vie en rose» von
Edith Piaf. Aus der Stummfilmzeit das Lied: «Henry, zeigt dich mal ohne -
ohne die Melone». Natürlich vom Männerchor gesungen mit echter Melone. Aus
dem Gruss an die Wirtin «Hallo Dorly» wird «Hello Dolly», aus dem
gleichnamigen Musical inszeniert. Die Wirtin erscheint hier im glitzernden
Abendkleid mit grossrandigem Hut und schreitet gemäss Vorgabe der Regie
durch den sich teilenden
Chor hindurch.
Regie und Bühnenschrauben
«Es soll für die Augen sein, nebst „lose au luege“», sagt der Dirigent Fritz
Werren. Und das könne nur auswendig gehen, ohne Liederblätter in der Hand.
Und da ist ihm und den Chören wahrhaft ein Meisterwerk gelungen. Fritz
Werren führte Regie, arbeitete am Drehbuch mit, drehte Schrauben in den
Bühnenboden und schrieb die Arrangements. Er leitet die beiden Chöre
Kölliken seit zehn Jahren. Wer gerne singt, wird herzlich eingeladen
mitzumachen, und das ist sogar befristet für ein einzelnes Projekt möglich.
Die Einladung steht in der Homepage unter www.chor-koelliken.ch
Der
Heiri aus der Niederdorfoper
Die Zeitreise geht weiter, das Kaffeehaus wird zur «Western Bar-Wandring
Star». Wir sind in den vierziger Jahren angelangt, so auch die Lieder und
die Kostüme im Country Style. Gängige Western Songs laden zum Mitsingen ein:
«Country roads, take me home». Flotte Cowboygirls tanzen zum Lied einen Step.
Sogar die Bühnenwitze werden jetzt amerikanisch.
In den fünfziger Jahren wandelt sich die Beiz zu einer
biederen Wirtschaft, eben dem Sternen. Im Sääli wird Lotto gespielt, das
richtige Ambiente für den Auftritt von Heiri aus der Niederdorfoper, der
sein Kalb verkauft. Die Figur Heiri wird fabelhaft inszeniert von Urs
Zehnder mit seiner kräftigen Stimme. Zum «Kriminaltango», vom Männerchor
gesungen mit ernster Miene, Hut und Sonnenbrille, tanzen interessanterweise
zwei Frauen zusammen einen stilechten Tango.
Zur Epoche der Musikautomaten gehört die Musik von Elvis Presley.
Ein Arrangement mit gängigen Elvis Liedern bringt Bewegung ins Publikum.
Mitsingen und Mitklatschen sind angesagt. Die Rhythmus-Welle setzt sich fort
bis zum Schluss, einem Potpourri fürs Finale. Die Männer singen von unten
hinauf zu den Frauen auf der Bühne und umgekehrt. Ein richtiger
mehrstimmiger Schlagabtausch mit Salz und Pfeffer. Das Publikum ist
begeistert. |